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Schweiz 2   -   03. Juli 2007 - 21. August 2007


Die Hochzeit
 
Schweiz, 11. – 12. August 2007
 
Strecke: Aesch – Ferenbalm - Rizenbach - Süderen – Emmental – Burgdorf - Aesch


Rebekka sass in einem weissen, prächtigen Kleid vorne in der Kirche und Martin ganz nahe bei ihr, als ich um 13.39 Uhr, wenigste Minuten nach Karin, die kleine Kirche betrat und mich leise setzte. Schon am 2. Juli sind wir in Bangkok gestartet, um am 11. August rechtzeitig an der Hochzeit zu sein. Doch dank der Entscheidung fürs Automobil, der etwas spät angesetzten Abfahrtszeit in Aesch und natürlich wegen der Verkehrsüberlastung auf den Schweizer-Hochleistungsstrassen verpassten wir den genauen Anfang.

 

Doch es waren ja nur einige Minuten, die wir verpasst hatten. Nun war es schön da zu sein, dabei zu sein. Alle – der beiden Hochzeitsfamilien – waren gekommen, natürlich auch Freunde, Arbeitskollegen und Bekannte des Brautpaares. 
 
Der Pfarrer rief nun die Gotte und die Götti’s der kleinen Anina Diara nach vorne um Anina Diara einzusegnen. So sprach er einen Segen über ihr aus, dass sie in ihrem Leben beschützt, gestärkt und begleitet sei von Gott.
 
Der musikalische Teil des Hochzeitgottesdienstes übernahm eine Delegation der Musikgesellschaft Rüeggisberg, bei der Martin schon seit Jahren Mitglied ist. Auch nach der Segnung von Anina Diara spielten sie ein Stück.

Kirche Ferenbalm

Etwas später war es dann so weit. Der Pfarrer fragte die beiden die Frage, ob sie nun wirklich wollen. Der Ehemann hatte erst zu antworten und tat dies sehr bedacht und überzeugt mit „Ja i wot!“, anschliessend folgte ihm seine Ehefrau mit einem kräftigen und überzeugten „ja“. Ja, Martin und Rebekka waren ja schon seit der standesamtlichen Vermählung vor gut einem Jahr Ehefrau und Ehemann. So war dieser Akt in der Kirche ein Einholen des Segens von Gott und eine nochmalige, noch öffentlichere Bestätigung ihrer Liebesbeziehung. Das passende Thema der Predigt war dann auch: „Alles bei euch geschehe aus Liebe“. Alles fest untermauert mit den bekannten Worten des Apostel Paulus, die er im ersten Brief an die Korinther im 13. Kapitel geschrieben hatte.
 

Am Ende des Trau- und Einsegnungsgottesdienstes spielte die Musikdelegation noch ein Ausgangsstück. Dabei schritt Rebekka und Martin mit ihrer Tochter Anina Diara hinaus aus der Kirche. Zum einen in einen weiteren Teil des Festes und zum anderen in ihre weitere, gemeinsame Zukunft, von Gott gesegnet.
 

Das Brautpaar

Ausserhalb der Kirche wurde Spalier gestanden. Die Feuerwehr, die Unihockeyfrauen (gleich von zwei Teams), ein Kaminfegerkollege und Freunde aus dem Feldweibelverband waren gekommen. Die ganze Hochzeitsgesellschaft wurde nach diesem grossartigen Kirchenausmarsch von der Fotografin geordnet und abgelichtet. Zwischen Fotoshooting mit Freunden und Fotoshooting mit Familienmitglieder lies das Brautpaar noch weisse Tauben fliegen und der Bräutigam musste noch schnell an die Feuerwehrübung.
 
Ja, die zwei hatten ein volles Programm. Ich hatte jedoch zu keinem Zeitpunkt des Festes das Gefühl, dass sich eines der beiden irgendwie gestresst fühlte.


So nahmen sich beide auch am Apéro Zeit in aller Ruhe mit den Leuten zu sprechen. Das Apero wurde in einer Maschinen-Scheune auf einem Bauernhof im Ort veranstaltet. Zu viel relaxen war hier jedoch für´s Brautpaar schon nicht geplant. Die Frischvermählten mussten sich noch in Sachen Zielsicherheit in Beweis stellen. Der Unihockeyclub stellte ein Tor auf, auf das es nun zu schiessen galt.

 
Vom Bahnhof aus sah ich dann, wie der Oldtimer, besetzt mit dem wichtigen Paar, unten im Tal abbog. Denn kurz gegen den Schluss des Apero brachte ich noch schnell Karins Eltern an den nahe
gelegenen Bahnhof. Sie hatten uns ja mit ihrem Auto begleitet und nun vor per Zug Heim zu reisen. So hatten wir für den Rest des Wochenendes ein Auto zur Verfügung und Karins Eltern ein schöner Samstagsausflug mit Hochzeitsbesuch.
 
Für uns war dies mit dem Auto praktisch, denn nun galt es nach Süderen zu gelangen wo das Abendliche-Hochzeitsfest angesagt war. Trotzdem, dass wir fast als letzte am Aperoort starteten, waren wir vor dem Brautpaar dort. Denn im Oldtimer hatten die beiden etwas länger, da der Chaufeur ja auch nicht die Autobahn benutzte. Die Beiden berichteten von einer schönen Fahrt.
 

So startete der Abend, der sich bis weit in den Morgen zog. Am Anfang liessen alle einen Hochzeitsballon fliegen und dann zeigte uns das Paar wie gut sie abwaschen können – klirr machte es aber trotzdem. Im Saal gab es gutes Hochzeitsessen, einige Spiele und Tinu's Musik gab ein Konzert, bei dem Rebä an der Pauke alles gab. Tinu, der sonst die Klarinette spielt, musste dazu dirigieren. Nach einem Feuerwerk, das festlich die Nacht erhellte, gabs Dessert mit Hochzeittorte und dann tanzten Rebä und Tinu als Abschluss des Abends einen Hochzeitswalzer.
 
Aber wie das so ist mit einem Abschluss, es geht dann doch noch weiter. Natürlich die ersten und dann die meisten machten sich auf den Nachhauseweg oder gingen direkt einen Stock höher schlafen.

Rebekka Martin
Wir jedoch hielten mit immer weniger anderen und natürlich mit dem Brautpaar bis knapp vor dem Morgengrauen durch.
 
Und nach dem Schlafen gab es für die noch übrig gebliebenen Hochzeitsgäste Morgenessen, ein gemütlicher Spaziergang und noch ein bisschen „zusammen höcklen“ bei Pommes Spezial.
 
Wir verabschiedeten uns von der Familie Stübi-Zimmermann und machten uns auf den Rückweg. Theo und Debora begleiteten uns durchs Emmental und via Würzbrunnen, beim Jeremias Gotthelf Kirchlein vorbei, bis nach Burgdorf, wo die beiden dann per Zug den Rest ihrer Heimwege angingen. Für Karin und mich war es von dort nicht mehr so weit nach Aesch, wo wir logiert waren.
 
Es war schön, dabei gewesen zu sein, am grossen Fest von Rebekka, Martin und Anina Diara und wir möchten uns noch einmal bedanken für die Einladung, die uns von weit her in die Schweiz geholt hat. Merci viu mau!!!